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Wissen · Charge-Rückverfolgbarkeit

Charge-Rückverfolgbarkeit Bier — vom Etikett zur Hopfencharge.

Seit 2005 (EG 178/2002) ist lückenlose Rückverfolgbarkeit Pflicht für jeden Lebensmittelunternehmer. Seit Dezember 2022 muss die Auskunft elektronisch innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Dieser Leitfaden zeigt, was das in der Praxis bedeutet.

1. Was die EG 178/2002 seit 2005 verlangt

Die Verordnung (EG) 178/2002 hat in Artikel 18 die Rückverfolgbarkeit für Lebensmittel europaweit als Pflicht festgeschrieben — gilt seit dem 1. Januar 2005 ohne Übergangsfrist.

Jeder Lebensmittelunternehmer (also auch jede Mikrobrauerei) muss zu jedem Zeitpunkt sagen können: Von welchem Lieferanten kam jede Zutat? An welchen Abnehmer ging jede Charge? Die Antworten müssen den Behörden auf Anforderung zur Verfügung gestellt werden.

2. LFGB §28: 24-Stunden-Auskunftspflicht elektronisch

Seit der LFGB-Novelle vom Dezember 2022 müssen die geforderten Rückverfolgbarkeits-Daten innerhalb von 24 Stunden elektronisch übermittelbar sein. Papier-Ordner mit Lieferscheinen reichen nicht mehr.

Praktisch heißt das: Bei Anruf der Lebensmittelaufsicht muss am nächsten Werktag eine Excel- oder PDF-Liste verfügbar sein, die zeigt: Charge X, gebraut am Datum Y, mit den Zutaten A/B/C, daraus entstand Lieferung an D.

3. Chargenkennzeichnung — Pflicht und Praxis-Format

Eine Charge ist eine Produktionseinheit, die aus gleichen Rohstoffen unter gleichen Bedingungen hergestellt wurde. Das Format ist nicht vorgeschrieben — praxisüblich sind „YYYY-WW-NNN“ (Jahr-Woche-laufende Nummer) oder „Sud#-Datum“.

Wichtig: Die Charge-Nummer muss auf jedem Endprodukt eindeutig identifizierbar sein. Praxis: auf der Flasche/Dose Mindesthaltbarkeit + Charge in Klartext oder als Code aufdrucken.

4. Vom Flaschenetikett zurück zur Hopfencharge

Eine vollständige Daten-Kette sieht so aus: Flaschenetikett → Charge-Nr. → Sud-Nr. → Rezeptur-Version → Rohstoff-Chargen (Malz, Hopfen, Hefe) → Lieferanten-Lieferschein. Jedes Glied muss verknüpft sein.

Ohne Software ist diese Kette händisch zu pflegen — und genau dort entstehen die Lücken, die im Audit-Fall sichtbar werden.

5. Rückruf-Szenario: Eine Mikrobrauerei in 30 Minuten

Stellen Sie sich vor: Reklamation eines Stammkunden, eine bestimmte Charge schmeckt nicht. In einer digitalen Brauakte ist die Antwort in 30 Minuten da: welche Hopfen-Charge, welcher Hefe-Stamm, welcher Wasser-Zustand am Sudtag, welche anderen Sude betroffen sein könnten.

Ohne Software wird daraus eine halbtägige Forensik durch Lieferscheine, Gärtank-Etiketten und Sudbuch-Einträge.

Wie SudPilot hilft

Wareneingang, Charge-Nr., Etikett — automatisch verknüpft

SudPilot legt für jeden Wareneingang eine Rohstoff-Charge an, die automatisch mit dem nächsten passenden Sud verknüpft wird. Aus dem Sud entsteht eine Charge mit eindeutiger Nummer. Das Etikett übernimmt MHD und Charge direkt aus der Datenkette.

Im Rückruf-Fall öffnen Sie eine Charge und sehen rückwärts: Sud, Rezept, alle Rohstoff-Chargen. Vorwärts: alle Lieferungen, alle anderen Suden mit denselben Rohstoff-Chargen.

Diese Doku-Pflicht digital lösen — mit SudPilot